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Der «City Messenger» als Weltneuheit

13.01.2020 | 5 min Lesezeit | Autor: Julian Gemperli

«Der 'City Messenger' ist eine Weltneuheit», schrieb das Tagblatt Ende Oktober 2019, als das von der FHS St.Gallen, der Stadt St.Gallen und ProCity St.Gallen entwickelte digitale Schaufenster vorgestellt wurde. Damit möchten die Stadt und die lokalen Detailhändler dem kontinuierlichen Ladensterben Paroli bieten.

Es ist eine kleine Premiere. Um dem andauernden Schwund von Geschäften in den Städten entgegen zu wirken, wurde in einem ersten Schritt für die Stadt St.Gallen eine App entwickelt, die die heute gängigen Online-Einkaufsgewohnheiten mit den altehrwürdigen Offline-Vorteilen von Ladengeschäften vereint. So wird es möglich, die Aktionen, Neuheiten, Empfehlungen und Events von lokalen Läden, Restaurants und Verwaltungen bequem von zu Hause anzuschauen. Ist der Nutzer oder die Nutzerin interessiert, kann direkt und innerhalb der App mit dem entsprechenden Geschäft Kontakt aufgenommen werden. Ein weiterer Pluspunkt ist dabei das Fehlen von lästigen Wartezeiten in Telefonschleifen oder des mehrmaligen Kontaktierens, weil gerade alle Serviceangestellten im Lieblingsrestaurant die Hände voll zu tun haben.

So funktioniert die App
Die App ist in zwei Bereiche aufgeteilt – den Broadcast-Tab und den Chat-Tab. Im Broadcast laufen alle Benachrichtigungen der teilnehmen KMU, Restaurant und Läden ein. Dieser Nachrichtenstrom lässt sich nach «pro Betrieb» und «pro Kategorie» filtern. Der Kategorien-Filter ist wiederum in «Aktionen», «Neuheiten», «Empfehlungen» und «Anlässe» gegliedert.

Im Chat-Bereich steht der persönliche Kontakt zu den Firmen im Vordergrund. So lassen sich Anfragen oder Reservationen direkt über die App durchführen. Hauptvorteil ist, dass so nicht mehr zum Telefonhörer gegriffen werden muss.

Ob klassische Werbung, Info-Hinweise oder persönliche Textnachrichten: In der «City Messenger»-App werden klassische Nachrichtenkanäle mit den alltäglich verwendeten Messenger-Funktionen vereint.

Es gibt auch kritische Stimmen
Die App versucht ein grosses Problem in der realen Konsumwelt mit den digitalen Möglichkeiten des Internets zu lösen oder zumindest der negativen Tendenz entgegen zu wirken. Kritiker der App bemängeln aber insbesondere einen grossen Denkfehler. Denn wer lädt sich die App überhaupt herunter? Vor dieser Herausforderung stehen auch viele bekannte Brands wie McDonald’s oder Coca Cola. Für jede Dienstleistung und jedes Produkt wird eine separate App benötigt. Viele potenzielle User brechen genau dann ab, wenn sie zum App-Store weitergeleitet werden.

Dieses Problem hätte auch umgangen werden können, wenn man auf eine mobile-optimierte Browser-Anwendung gesetzt hätte. Ausserdem existieren bereits etablierte Messenger und Plattformen, allen voran WhatsApp, Telegram oder Instagram, die viele der Funktionen ebenfalls abdecken könnten.

Fazit
Die Idee ist zwar nicht ganz neu, die Umsetzung und der Funktionsumfang allerdings schon. Daher sollte der App auch die wohlverdiente Chance gegeben werden, sich am Markt zu behaupten und die St.Galler-Innenstadt wieder mit neuem Leben zu beflügeln. Wir sind gespannt und verfolgen das Projekt aktiv. Wer weiss, vielleicht ist auch die Agentur Kernbrand bald auf der neugeschaffenen Plattform anzutreffen und informiert über spannende Neuerungen und Projekte.

Wir finden das Engagement und den neuen Ansatz, dem andauernden Ladensterben Einhalt zu gebieten, sehr lobenswert, weshalb wir die App auch jedem zum Testen empfehlen.

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Mit seinem Bachelor of Science in Media Engineering mit Vertiefung in Integrated Corporate Communications und Berufserfahrung im journalistischen Tagesgeschäft, verfügt Julian Gemperli über ein breites kommunikatives und multimediales Wissen. Bei Kernbrand ist er nebst seiner Tätigkeit als Junior Projektleiter auch tagtäglich als Texter und Autor im Einsatz. Mehr Artikel von diesem Autor