Design | Kommunikation

A different point of view

01.05.2019 | 5 min. Lesezeit | Autor: Adrian Andenmatten

Adrian Andenmatten gewährt uns in diesem Blogbeitrag einen persönlichen Einblick in sein Schaffen als Zeichner.

Neben seinem Beruf als Kundenberater im Verkaufsinnendienst bei Cavelti AG, hat er eine grosse Leidenschaft: das Zeichnen oder genauer gesagt Urbansketching. Die Begeisterung fürs Zeichnen begleitet ihn schon seit seiner Schulzeit und hat sich im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt.

Seit jeher fasziniert mich das Zeichnen und Gestalten. Von Kind auf begleitet mich dieses Hobby nun schon und hat dabei im Laufe der Zeit verschiedene Formen angenommen. Über erste Kritzeleien in Schulbüchern entwickelte sich bei mir das Interesse an Streetart und Graffiti. Angetan vom städtischen Kunststil fand ich schliesslich den Weg zum Urbansketching. Dabei werden spontane Skizzen von Häusern, Strassen, Natur und Menschen oder allen möglichen Gegenständen erstellt. Das Malen der Bilder erfolgt oft direkt auf der Strasse, auf einer Parkbank oder in einem Café.

Was mich am Zeichnen fasziniert
Wenn wir unserem Alltag nachgehen und durch die Stassen laufen, nehmen wir unsere Umwelt kaum im Detail war. Wir sehen im Augenwinkel ein Gebäude und registrieren es als Haus. Vielleicht stellt unser Unterbewusstsein das ungefähre Baujahr oder einen speziellen Baustil fest. Anders verhält sich der Blick aus der Sicht eines Zeichners. Wir versuchen so viele Kleinigkeiten wie möglich zu erkennen. Wie fallen die Schatten? Gibt es kleine «Extras», wie einen verzierten Fensterrahmen oder eine herabhängende Klimaanlage? Das Zeichnen lernt mich Dinge zu sehen wie sie wirklich sind. Dadurch kann ich in deren Wirkung eintauchen und versuche meine Wahrnehmung auf ein Blatt Papier zu transportieren. Das Zeichnen ist für mich somit nicht nur eine künstlerische Fertigkeit der Hände. Für das Auffinden und die Auswahl von passenden Situationen und möglichen Objekten ist eine Wachheit und Offenheit aller Sinne erforderlich.

Ein Tag im Leben eines Zeichners
Es ist ein sonniger Nachmittag. Ich entscheide mich zu zeichnen und wähle einen umliegenden Ort, um ein Sujet zu finden. Bei der Wahl der Vorlage lasse ich mich spontan inspirieren. Ich schlendere durch die Stadt und achte auf Gebäude und Gassen. Oder trinke einen Kaffee und beobachte die Menschen. Sobald mich ein Motiv anspricht, mache ich ein Foto, um während dem Zeichnen immer wieder auf den ersten Eindruck zurückgreifen zu können. Ich suche mir einen Sitzplatz, wenn möglich mit direktem Sichtkontakt. Ansonsten bevorzuge ich das Malen ab Foto. Eine bequeme Position scheint mir wichtiger als die Sicht auf das Objekt.

Als erstes erstelle ich mit Bleistift die erste grobe Bildeinteilung. Sobald die Proportionen für mich Sinn ergeben, ziehe ich die tragenden Linien mit einem schwarzen Filzstift (Fineliner) nach und beziehe erste Details mit ein. Nun folgt für mich der schönste Abschnitt, das Kolorieren der Zeichnung. Ich verwende dafür am liebsten Wasserfarben. Diese lassen sich sehr leicht mischen und ergeben Wasserkanten, welche ein Aquarell speziell erscheinen lassen. Nachdem Austrocknen der Farbe arbeite ich dann nochmals mit dem Fineliner an den Details. Oft kommt es vor, dass sich die Vorlage während dem Zeichnen verändert. Der Zug fährt ab. Die Rollläden schliessen sich. Dann ist freie Kreativität gefragt, um das Bild dennoch zum Abschluss zu bringen.

Der Weg ist das Ziel
Für mich ist die Arbeit, also der Entstehungs- und Entwicklungsprozess der Zeichnung, wichtiger als das fertige Bild. Vor dem Zeichnen kann ich das Endresultat nicht genau abschätzen. Ich behalte jeweils nur einen Ausschnitt, ein Fenster oder einen Eingang im Auge. Diese Ausschnitte füge ich auf der Zeichnung zu einem Bild zusammen. Die fertige Skizze überrascht mich deshalb oft selbst. In den folgenden zwei drei Tagen schaue ich mir die Zeichnung immer wieder an und mache mir Gedanken, was ich beim nächsten Mal besser machen könnte. Zeichnen ist eine stetige Entwicklung, die wohl niemals endet. Die vollen Skizzenbücher sind für mich eher eine Art Tagebuch. Beim Durchsehen erinnere ich mich an Momente, Ferien oder ganze Lebensabschnitte.

Um meine Werke zu präsentieren habe ich mich für die Plattform Instagram entschieden. Dabei bin ich regelrecht auf eine Szene gestossen. Der Austausch mit anderen Künstlern steigert meine Fortschritte und inspiriert mich. Es ist spannend zu sehen, was für Motive andere Zeichner weltweit wählen und der Betrachter erhält einen kleinen Einblick in deren Umfeld.

Mein Instagram Account
www.instagram.com/adrian_zeichnet

Kommentare
  • Sehr coole Arbeit! Wirklich beeindruckend.

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Adrian Andenmatten arbeitet seit 2011 bei der Firma Cavelti AG im Verkauf Innendienst und berät tagtäglich Kunden mit seinen kreativen Ideen. Dabei betreut er Print-Produkte vom Konzept bis zur Auslieferung. Mehr Artikel von diesem Autor