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Python, Drogen, Waffen – ein Werbefilmdreh, der es in sich hatte

16.11.2020 | 5min Lesezeit | Autor: Oliver Fehr

Gras im Teddy, eine Schlange im Koffer oder Waffen im Wohnwagen: Das Personal der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) benötigt ein besonders feines Gespür. Um das neue Berufsbild «Fachspezialist/-in Zoll und Grenzsicherheit» bekannter zu machen, haben wir für die EZV eine schweizweite, explosive Kampagne kreiert. Dafür waren wir einige Tage in der Schweiz unterwegs und haben echte Fälle, die das Zollpersonal erlebt hat, nachgestellt. Entstanden sind acitonreiche Werbeclips, mit denen die EZV sich auf die Suche nach neuen Mitarbeitenden mit dem gewissen Feingespür macht.

Wir alle kennen das unangenehme Gefühl, aus den Ferien zurückzukommen und noch den Gang durch die Zollkontrolle vor sich zu haben. «Habe ich zu viele T-Shirts eingekauft? Muss ich den billigen Armschmuck aus Pattaya verzollen? Und wie war das doch gleich mit dem Schnaps – wie viele Liter sind erlaubt?» Unter dem wachsamen Blick der EZV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter schlendert man dann betont unauffällig durch die Kontrolle und atmet auf, obwohl man eigentlich genau weiss, dass man nichts «Verbotenes» im Köfferchen hat.

Grosse Kampagne für die EZV
Manchmal ist diese Situation aber nicht ganz so harmlos. Ob Ecstasy oder Schlangen – ausgebildete Fachspezialist/-innen für Zoll und Grenzsicherheit brauchen ein Gespür dafür, wer Dinge über den Zoll schmuggeln will, die nichts im Koffer verloren haben.

Um das neue Berufsbild «Fachspezialist/-in Zoll und Grenzsicherheit» bekannter zu machen, haben wir für die EZV eine Werbekampagne gestaltet, die von Print-Plakaten über Digital Ads bis zu Werbefilme das ganze Repertoire an Kanälen bespielt.

Insbesondere die Werbespots waren eine spannende Herausforderung, da wir von Film über Schnitt zu Ton die kompletten Spots selbst produziert haben.

Der Filmdreh: Ein Blick hinter die Kulissen
Morgens, 9 Uhr, im ungewohnt menschenleeren Flughafen: Das Kernbrand-Filmteam baut in der Gepäckhalle, umgeben von Zöllnern und Spürhunden, das Set für den Tag auf. Alle Protagonisten und Statisten wurden innerhalb der EZV-Mitarbeitenden gecastet. Schon die ersten Szenen zeigen: Das Casting in der Agentur in St.Gallen zahlt sich aus, wir haben genau die richtigen «Schauspieler» ausgewählt.

Die Akteure sind fokussiert, voll dabei, denken mit, bringen sich ein, sind wachsam und spielen nicht einfach «Zoll» – sie zeigen ihren Berufsalltag. Die drei Clips, die hier in einer Woche Dreh entstehen, beruhen schliesslich auf wahren Fällen: Schlangen im Koffer, Drogen im Teddy, Waffen im Wohnwagen. 

Michi (natürlich auch Zöllner) gibt am Flughafen den unwissenden Drogendealer und seine Kollegen nehmen ihn «auseinander». Das gibt ordentlich zu lachen und so den einen oder anderen witzigen Outtake.

Ansonsten klappen die meisten Takes auf Anhieb. Anweisungen werden sofort umgesetzt und auch längere Wartezeiten zwischen den Szenenwechseln sind für niemanden ein Problem. Auch wenn es sehr spät wird und die letzte Szene erst um halb drei Uhr morgens im Kasten ist – alle Beteiligten geben vollen Einsatz.

Unsere Zöllnerin bleibt auch beim Dreh mit der Python cool
Schnell sind unsere beiden «Lieblingszöllner» ausgemacht: «Seven» und «Second», die zwei Drogen- und Sprengstoffspürhunde am Set, bestechen nicht nur durch eine unglaublich feine Nase, sondern auch durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten.

Nach anstrengenden, aber erfolgreichen Drehtagen – die uns auch noch an die französische Grenze und ins St. Galler Rheintal geführt haben – geht es am Ende für eine Abschlussszene in den Zoo. Unsere Zöllnerin zeigt sich dabei hochprofessionell und hat mit der echten Python keinerlei Berührungsängste – gehört ja irgendwie auch zum Alltag der EZV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. 

Völlig übermüdet, aber happy mit dem Rohmaterial, kehren wir nach einer Woche Dreh wieder in die Agentur zurück und beginnen mit dem aufwendigen Schneiden und Einsprechen von Tonspuren. Auch für uns waren die Filmdrehs ein Abenteuer, das wir nicht mehr so schnell vergessen werden.

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Nach seinen musikalischen Lehr- und Wanderjahren als Leadsänger der Rockband «Transit» folgten die Kommunikativen – als Marketing- und Kommunikationsleiter auf Agentur- und Kundenseite. Seit April 2019 ist Oliver Fehr Geschäftsführer der St. Galler Markenagentur «Kernbrand». Mehr Artikel von diesem Autor